Mehr als nur Software.

Solution-as-a-Service ist ein neuer Ansatz, der alle Aspekte einer Lösung in sich integriert. Dies bezieht sich auf alle nötigen Teilpakete, um die Lösung effizient anzubieten. Software, Infrastruktur und Service, je nach Use-Case ist auch Hardware enthalten. Die entsprechende Lösung wird dann als Abonnementdienst zur Verfügung gestellt. Ähnlich dem hauseigenen Wasseranschluss. Die nutzungsbasierte Verrechnung bedeutet meist eine Kosteneinsparung sowie eine Effizienzsteigerung. Damit einher geht komplette Kostentransparenz, da alle Lösungsbestandteile in einem Preis vereint werden.

Die Hauptgründe für Solution-as-a-Service?

Die Gründe für Unternehmen as-a-Service Lösungen zu nutzen sind vielfältig. Die globale Verfügbarkeit in Zeiten von „bring your own device“ oder die flexible Skalierbarkeit je nach Auftragslage. Natürlich ist auch die Kosteneffizienz kein schlechter Anreiz. Je nach Anwendungsfeld und Use-Case unterscheiden sich diese, allerdings lassen sich wesentliche Beweggründe identifizieren.

1. Zuverlässigkeit & Lösungseffizienz
Gartner prognostiziert, dass bis 2020 ca. 80% der Modernisierungsprojekte hinter den Kosteneinsparungszielen zurückbleiben werden.1 Dies liegt vor allem daran, dass es nicht gelingen wird, unnötige Komplexität zu adressieren und zu vereinfachen. Historisch gewachsene IT-Silos und damit einhergehende veraltete IT Infrastrukturen2 behindern das operative Geschäft und strategische Entscheidungen. Als Lösung werden häufig teure und langsame externe Projekte gestartet, welche die Infrastrukturen ordnen und in die Strategie integrieren sollen. Der Zeitraum solcher Projekte beläuft sich im besten Falle nur auf Monate, ein ROI lässt auf sich warten. Anders bei Solution-as-a-Service. Es gibt keine Integrationsprobleme und die Lösung ist sofort einsatzbereit. Es existiert ein Single Point of Contact (SPOC) & Responsibilty. Dieser ist also für die komplette Entwicklung und den Betrieb der Lösung (Verfügbarkeit & Wartung) zuständig.
Solch ein Fokus bedeutet, dass alle Einzelkomponenten von Anfang an für den gemeinsamen Betrieb ausgelegt sind. Die räumliche Unabhängigkeit ermöglicht eine nahtlose Skalierung – die Lösung kann also erst einmal in einem Proof-of-Concept getestet werden. So können eigene, reale Erfahrungen in den Rollout einfließen.

2. Cybersecurity
Unternehmen begegnen durch Cloud Computing (sei es im Software oder Infrastrukturbereich) immer neuen Herausforderungen – eine der größten betrifft die Cybersecurity. Auch die produzierende Industrie ist im Fokus: Angriffe auf die Supply Chain sind in 2019 um 78% gestiegen.3 Der durchschnittliche Schaden für Unternehmen durch einen Malware-Angriff wird dabei auf rund 2,6 Mio. Dollar beziffert.4 Ein Solution-as-a-Service Anbieter kümmert sich vollumfänglich um die Sicherheit seiner Lösung. Aus technischer Perspektive können Updates schneller und einfacher eingespielt werden. Dies reduziert die Angriffsfläche im Vergleich zu lokalen Systemen. Dank der Skalierung durch den as-a-Service Anbieter können außerdem Enterprise Security Lösungen zum Einsatz kommen, welche sonst auf eigenen lokalen Systemen hohe Kosten verursachen und sich somit nicht mehr rechnen würden.

80 Prozent der Führungsteams berichten, dass sie nicht wissen, wie sie sich vor Sicherheitsbedrohungen schützen können.

McKinsey

3. Transparente Kostenstrukturen
Was bewegt Unternehmen zum Kauf neuer Hardware, Software und Dienstleistungen? Im Allgemeinen werden das Ende der Lebensdauer von Technologien, Aufrüstungs- und Erneuerungszyklen und der zusätzliche Technologiebedarf zur Unterstützung des Unternehmenswachstums die größten Triebkräfte für Investitionen in neue Technologien im Jahr 2020 sein. Hier immer entscheidend: der Preis. Die wichtigste Kennzahl, die Total Cost of Ownership, ist dabei nur schwer ermittelbar, da sich diese intern aus verschiedensten Kosten (Personal, Raum, Hardware, Lizenzen, …) zusammensetzt. Die Berechnung eines Business Cases wird im besten Falle nur erschwert und nicht gänzlich verhindert.

Der as-a-Service-Ansatz ermöglicht dem Anbieter eine transparente, faire Abrechnung gegenüber dem Kunden. Dabei wird entweder monatlich ein Festpreis oder die tatsächliche Nutzung abgerechnet. Je nach Anforderung erhält der Kunde so genau die Transparenz und Planungssicherheit, die er benötigt. Ein weiterer Vorteil ist die Art der Kosten. Wohingegen die klassische Anschaffung einer Lösung die CapEx belastet, wird Solution-as-a-Service als OpEx und somit über einen längeren Zeitraum abgerechnet. Insbesondere im Projektgeschäft oder für produktionsintensive Unternehmen hilft dies dem Management seine Ziele zu erreichen und den Cashflow zu schonen.

Goodbye on-premise?

Entweder oder? On-premise vs. cloud?
© Matrix

Heißt das nun auf Nimmerwiedersehen on-premise? War denn immer alles so schlecht?
Natürlich nicht! On-premise bringt auch heute noch Vorteile mit sich. Als erstes muss nämlich festgestellt werden, dass Solution-as-a-Service eine Abhängigkeit bedeutet. Bei klassischen on-premise Lösungen verbleibt die maximale Kontrolle im Unternehmen. Allerdings bedeutet dies auch, dass diese selber für Updates & Wartung verantwortlich sind. Bei mangelndem Wissen führt so eine Situation schnell zu erheblichen Mehrarbeiten und erhöhten Kosten. Zudem sind on-premise Lösungen meist schlechter skalierbar, da Lizenzen langfristig gekauft werden müssen und meist kostenintensiv sind. Dafür ist ein Ausfall des Internetproviders leichter zu verschmerzen. Jedes Unternehmen muss hier eine eigene, strategische Entscheidung treffen. Eine Entscheidung für das eine muss dabei jedoch keine Entscheidung gegen das andere bedeuten.

Solution-as-a-Service? Ja oder nein?

Die Antwort dieser Frage hängt in erster Linie von dem vorgesehenen Use Case und dem Angebot ab.
Normalerweise gilt es eine Reihe von funktionalen Kriterien zu beurteilen. Diese können sein:

Total Cost of Ownership
Welche Lösung ist kosteneffizienter, wenn alle Kosten berücksichtigt werden? Wie lange wäre das Kapital in klassischen Käufen gebunden?

Implementierungsgeschwindigkeit
Ist es kritisch, wie schnell die Lösung einsatzbereit und ausgerollt ist? Ist das Projekt Grundlage für weitere, kritische Projekte auf der Digitalisierungsroadmap? Ist eine as-a-Service oder eine Lokale Lösung schneller fertig?

Komplexitätsreduktion im eigenen Unternehmen
Erhöht eine weitere lokale Lösung mit (zumindest teilweiser) eigener Betreuung die Komplexität der eigenen Organisation? Passt dies zur Strategie hinsichtlich Kompetenzen und Personalressourcen?

Betrieb, Hardware- und Software-Wartung, Updates
Ist benötigtest Fachwissen und -personal in meinem Unternehmen vorhanden und verfügbar? Möchte ich dauerhaft Ressourcen für Updates und Konfiguration des Systems bereitstellen?

Personalisierung und Anpassung
As-a-Service Lösungen haben unterschiedliche Anpassungsgrade. Welcher ist für mich notwendig? Bietet der Anbieter eine Testphase, um die Lösung für mich zu verifizieren?

Flexibilität und Veränderbarkeit
Neben funktionalen Veränderungen ist hier die Skalierbarkeit und die Performance, insbesondere bei Spitzenauslastungen, von entscheidender Wichtigkeit. Zudem ist die Standortunabhängigkeit, aber dadurch auch eine Abhängigkeit vom Provider zu beachten.

Security
Welche Sicherheitsstandards bietet der entsprechende Anbieter (Datenverschlüsselung, Zertifikate, …)? Stellt die Nutzung eines Drittanbieters eine generelle Gefahr für mich dar? Macht es Sinn, ein hybrides Modell zu nutzen?

Kurz und knapp: Welche Lösungsmethode und welcher Anbieter für Sie der beste ist, hängt von Ihrem Anwendungsfall und der dazugehörigen Planungssicherheit sowie dem zur Verfügung stehenden Budget ab. Schauen Sie sich darüberhinaus die Sicherheitsstandards des Anbieters an.
Wenn Sie eine on-premise Lösung in Betracht ziehen, sollten Sie an indirekte Kosten wie Hardware Lifecycle Management, Personalkosten, Serverwartungskosten und an die Langfristigkeit Ihres Commitments denken. Stellen Sie sicher, dass die Entscheidung im Nachhinein auch bei anderen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sinnvoll ist.

Da es schwierig ist, zuerst alle Fakten zu sammeln bietet sich ein Testlauf an. So können Sie sicher sein, dass Ihre Entscheidung die richtige für Sie und Ihr Unternehmen ist.

PS: Wieso nicht beide Pillen ausprobieren?

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